Die Kirche durchlebt das Dritte Geheimnis von Fatima

Der deutsche Diözesanpriester Frank Unterhalt und Sprecher der Priester-Gruppe namens Communio veritatis erfasst in einem Artikel zum Hochfest Aufnahme Marias in den Himmel die Bedeutung der apokalyptischen Botschaft, dem letzten Buch aus der Bibel, der Offenbarung, im Hinblick auf die Erscheinung der Mutter Gottes in Fatima 1917. In einer präzisen, knappen Analyse rollt er die Pläne der Feinde Gottes mit ihrem Kampftrupp der Freimaurer auf und stellt diesen parallel die grandiosen Pläne Gottes, die zum Sieg führen werden, entgegen.

Was 1717 dem Gründungsjahr der Freimaurer als Präambel verankert wurde„Satan soll herrschen im Vatikan und der Papst wird sein Sklave sein, dem entgegen ließ Maria die Jungfrau und Gottes Mutter 1917 in Fatima verkünden. "am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren!"


Wo wir in dieser Zeitleiste stehen, was sich bis jetzt ereignete welcher Ausblick geboten wird, das erfahren Sie im folgenden Beitrag.


Die Kirche durchlebt das Dritte Geheimnis von Fatima


Es ist höchste Zeit, die ganze Bedeutung der prophetischen Ansage zu verstehen, die Kardinal Wojtyła beim Eucharistischen Kongress in Philadelphia 1976 gemacht hat: „Wir stehen jetzt vor der größten Konfrontation, die die Menschheit in ihrer Geschichte jemals erlebt hat. Ich denke nicht, dass der Großteil der amerikanischen Gesellschaft oder die gesamte Christenheit dies in vollem Umfang realisiert.

Diese Konfrontation liegt in den Plänen der göttlichen Vorsehung. Deshalb ist sie in Gottes Plan, und es muss ein Kampf sein, den die Kirche aufnimmt und tapfer bestreitet.“[1]



Es ist wichtig, die volle Dimension dieses dramatischen Appells zu erkennen! Vor allem muss man betrachten, was eine Antikirche an ihrer Spitze braucht. In diesem Sinn bekräftigte Bischof Dr. Dr. Fulton J. Sheen: „Es wird einen mystischen Leib des Antichrist geben, der in allen Äußerlichkeiten dem Mystischen Leib Christi gleichen wird.“[2]


Papst Johannes Paul II. antwortete bei seinem Deutschlandbesuch in Fulda 1980 auf die Frage, wie es hinsichtlich des Dritten Geheimnisses von Fatima mit der Kirche weitergehe, mit folgenden Worten: „Wir müssen uns wohl in Bälde auf große Prüfungen gefasst machen. Ja, die sogar den Einsatz unseres Lebens fordern können und die Ganzhingabe an Christus und für Christus! Es kann gemildert werden durch euer und unser Gebet, aber nicht mehr abgewendet werden. Nur so kann die wirkliche Erneuerung der Kirche kommen. Wie oft schon wurde im Blut die Erneuerung der Kirche geboren. Nicht anders wird es auch diesmal geschehen. Seien wir stark und bereiten wir uns vor und vertrauen wir auf Christus und seine Heilige Mutter! Beten wir sehr viel und oft den Rosenkranz!“[3]


Kurz darauf wurde das für ihn Wirklichkeit. Am 13. Mai 1981, dem Jahrestag der ersten Erscheinung der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria in Fatima 1917, geschah das Attentat in Rom. Hier wird die ganze Prüfung, von der er gesprochen hat, in einem dramatischen Bild sichtbar. Der frontale Angriff auf den Heiligen Vater galt ja nicht nur diesem selbst, sondern dem gesamten Mystischen Leib Christi auf Erden. Nach der Lehre des hl. Augustinus ist der Papst „figura ecclesiae“ und repräsentiert die ganze Kirche.[4] Vor diesem Hintergrund muss sie verstehen, dass sie mitten in einer apokalyptischen Auseinandersetzung steht, in der es um alles geht. Das wird noch deutlicher, wenn wir die genauen Umstände des Attentats betrachten: Die fünf Schüsse fielen um 17:17 Uhr.

Zum einen ist hiermit ein unmissverständlicher Fingerzeig gegeben auf das Gründungsjahr der Freimaurerei im Jahr 1717. Der hl. Maximilian Maria Kolbe erlebte ihren Aufmarsch auf dem Petersplatz in Rom anno 1917. Den erklärten Plan der Freimaurer las der Apostel der Immaculata auf der entsprechenden Fahne: „Satan soll herrschen im Vatikan und der Papst wird sein Sklave sein.“[5] Zum anderen ereignete sich im selben Jahr 1917 die Oktoberrevolution in Russland mit der Manifestation des atheistischen Kommunismus und dem damit verbundenen Entscheidungskampf.

In diesen Perspektiven zeigt die Attacke auf die Spitze der Katholischen Kirche den feindlichen Versuch, sie vollständig zu überwinden. Der Anschlag in Rom hat offensichtlich das Ziel verfolgt, das von Gott bestimmte Fundament der Kirche zu entfernen, um es durch eine andere „Leitung“ zu ersetzen.

Dieser Versuch wurde mit dem aus gegnerischer Sicht gescheiterten Attentat natürlich nicht beendet – im Gegenteil. Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein Brief Schwester Lucias an den Heiligen Vater vom 12. Mai 1982(!), in welchem sie sich auf den dritten Teil des Geheimnisses bezogen hat: „Von dem Augenblick an, da wir dem Ruf der Botschaft nicht Rechnung trugen, stellen wir fest, dass die Botschaft sich bewahrheitet hat, dass Russland die Welt mit seinen Irrlehren eingenommen hat. Und wenn wir die vollständige Erfüllung des Endes dieser Prophezeiung noch nicht feststellen, dann sehen wir, dass wir allmählich mit weiten Schritten darauf zusteuern.“[6]


Der Theologe und Publizist Prof. Dr. George Weigel hat, das Archiv des kommunistischen Kampfes gegen Karol Wojtyła und Papst Johannes Paul II. auswertend, den entsprechenden Feldzug folgendermaßen beschrieben: „Dieses Material veranschaulicht, wie die kommunistischen Regierungen und Geheimdienste den Vatikan infiltrierten und diplomatische Beziehungen zum Heiligen Stuhl nutzten, um – wie zu erwarten – ihre Interessen zu fördern und ihre Bemühungen zu stärken, in die höchsten Ebenen der katholischen Kirchenleitung einzudringen, vor allem in den Vatikan selbst – ein Vorgehen, das viele hochrangige Würdenträger im Vatikan anscheinend nicht durchschaut haben.“[7]


Das erschütternde Geständnis der bekannten Dr. Bella Dodd, eines hochrangigen Mitglieds der Kommunistischen Partei in den USA, öffnet auf besondere Weise die Augen für den historischen Hintergrund. Die ehemalige Aktivistin legte nach ihrer Bekehrung zum katholischen Glauben eidesstattlich Zeugnis ab über die gezielte Unterwanderung der Kirche. Sie folgte damals nach eigenem Bekunden einem Befehl Stalins, der an alle Organisationen der Kommunistischen Partei erging, Agenten ohne Glauben und Moral in katholische Seminare und Orden zu infiltrieren.[8] Dieser Plan aus Moskau wurde äußerst effektiv umgesetzt – bis hinein in den Vatikan. Dazu erklärte sie in den fünfziger Jahren: „In den 1930ern platzierten wir 1100 Männer in die Priesterschaft, um die Kirche von innen zu zerstören. Jetzt sind sie in den höchsten Stellen der Kirche.“[9] Dr. Bella Dodd ließ keinen Zweifel an den drastischen Folgen: „Man wird die Katholische Kirche nicht wiedererkennen.“[10]


Der Philosoph Prof. Dr. Dietrich von Hildebrand liefert uns eine klare Analyse, aus der eindeutig hervorgeht, dass der entscheidende Kampf nicht außen, sondern im Innern der Kirche selbst stattfindet: „Ein vorurteilsloser Blick auf die gegenwärtige Verwüstung des Weinbergs des Herrn kann die Tatsache nicht übersehen, dass sich eine ‚Fünfte Kolonne‘ in der Kirche gebildet hat (sie wird auch von manchen, sogar von kirchlicher Seite als Mafia bezeichnet), eine Gruppe zielbewusster Zerstörer der Kirche. […] Ihr systematisches und raffiniertes Unterminieren der hl. Kirche legt auch deutlich genug Zeugnis dafür ab, dass es sich um eine bewusste Konspiration handelt und um die Hand der Freimaurer und der Kommunisten, die – trotz ihrer Verschiedenheit und sonstigen Feindschaft – für dieses Ziel zusammenarbeiten. Denn für die Freimaurerei ist die Kirche der Erzfeind und für die Kommunisten das Haupthindernis für die Eroberung der Welt. […] Das Unfassbare aber ist, dass diese Konspiration innerhalb der Kirche besteht, dass es Bischöfe und sogar Kardinäle gibt und vor allem Priester und Ordensleute, die eine Art Judas darstellen.“[11]


Mit dem Ziel der feindlichen Strategie hat sich Bischof Dr. Rudolf Graber beschäftigt. Er zitiert dabei die sogenannte „Alta Vendita“ – den freimaurerischen Plan für den Umsturz in der Katholischen Kirche. Darin heißt es: „Was wir verlangen, was wir suchen und erwarten müssen, wie die Juden den Messias erwarten, ist ein Papst nach unseren Bedürfnissen […] Wir zweifeln nicht daran, dieses höchste Ziel unserer Anstrengungen zu erreichen.“[12] Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem berühmten Wort zu, welches Kardinal Ciappi formuliert hat. Er war Kenner des Dritten Geheimnisses von Fatima und Theologe des päpstlichen Hauses von 1955 bis 1989. In einem Brief an Prof. Baumgartner aus Salzburg im Jahr 1995 schrieb er: „Im Dritten Geheimnis wird unter anderem vorausgesagt, dass die große Apostasie in der Kirche an der Spitze beginnen wird.“[13]


Ein Blick in die Apokalypse verdeutlicht das. Der feuerrote Drache (vgl. Offb 12,3) stellt den atheistischen Kommunismus dar, der den Glauben an Gott zu vernichten sucht. In dieser Schlacht kommen zwei Tiere dem Drachen zu Hilfe, der sich in machtvoller Stärke zeigt. Das schwarze Tier, das einem Panther gleicht (vgl. Offb 13,1–2), ist die Freimaurerei. Es agiert im Hintergrund und verbirgt sich schattenhaft, um überall unerkannt eindringen zu können. Ihm ist vom Drachen dessen Thron und Macht übergeben worden (vgl. Offb 13,2). Das andere Tier ist die kirchliche Freimaurerei: „Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm, aber es redete wie ein Drache“ (Offb 13,11). Dies ist ein Hinweis auf die Hierarchie der Kirche, in der die Mitra – mit zwei Hörnern – die Fülle des Priestertums anzeigt. Das Tier, das aus der Erde heraufsteigt, sieht aus wie ein Diener Christi, des Lammes, ist aber ein Handlanger Satans, des Drachen. Der Falsche Prophet (vgl. Offb 19,20) ist der pseudo-religiöse Anführer der Antikirche und treibt die Apostasie von der Spitze her voran. Er täuscht und betrügt die Erdenbewohner (vgl. Offb 13,14) und will die Menschen zur Anbetung des Antichrist führen (vgl. Offb 13,12), dessen Vorläufer er ist.

Ein direkter Verweis auf das Dritte Geheimnis von Fatima befindet sich auch im Katechismus der Katholischen Kirche: „Vor dem Kommen Christi muss die Kirche eine letzte Prüfung durchmachen, die den Glauben vieler erschüttern wird. Die Verfolgung, die ihre Pilgerschaft auf Erden begleitet, wird das ‚Mysterium der Bosheit‘ enthüllen: Ein religiöser Lügenwahn bringt den Menschen um den Preis ihres Abfalls von der Wahrheit eine Scheinlösung ihrer Probleme.“[14] Das Paschamysterium Christi aktualisiert sich somit in intensiver Weise in seinem Mystischen Leib. Die Kirche wird ihrem Herrn in seinem Tod und seiner Auferstehung folgen.[15]


Daher hat Papst Benedikt XVI. als Pilger auf dem Weg nach Fatima im Mai 2010 zum Dritten Geheimnis erklärt: „So würde ich sagen, werden auch hier über die große Vision des Leidens des Papstes hinaus […] Realitäten der Zukunft der Kirche aufgezeigt, die sich nach und nach entfalten und zeigen. Daher ist es richtig, dass man über den in der Vision gezeigten Moment hinaus die Notwendigkeit eines Leidens der Kirche sieht, das sich natürlich in der Person des Papstes widerspiegelt, aber der Papst steht für die Kirche und daher werden Leiden der Kirche angekündigt. […] Unter dem Neuen, das wir heute in dieser Botschaft entdecken können, ist auch die Tatsache, dass die Angriffe gegen den Papst und die Kirche nicht nur von außen kommen, sondern die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert. Auch das war immer bekannt, aber heute sehen wir es auf wahrhaft erschreckende Weise: Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche.“[16]


So erlebt sie in dieser Zeit in allem die Passion Jesu und erfährt die abgrundtiefe Bosheit des Verrates. Christus ließ die Dienerin der wahren Barmherzigkeit, die hl. Schwester Faustyna, die ganze Bitternis der kirchlichen Agonie von Gethsemani erfahren. Sie schrieb in ihr Tagebuch: „An diesem Tag habe ich mehr als zu irgendeiner Zeit leiden müssen, innerlich und äußerlich. Ich wusste nicht, dass man an einem einzigen Tag so viel leiden kann.“[17] Die furchtbarste Dimension von Gethsemani ist das Auftreten des Verräters. Die hl. Schwester Faustyna notierte das Datum dieses schlimmsten Leidenstages. Es war der 17. Dezember 1936.


Assumptio Beatae Mariae Virginis 2020

Pastor Frank Unterhalt

http://communioveritatis.de



[1] John-Henry Westen, „Two timely quotes from St. John Paul II on his feast day“, in: LifeSiteNews, 22. Oktober 2014; The Wall Street Journal, 9. November 1978. [2] Fulton J. Sheen, Der Kommunismus und das Gewissen der westlichen Welt, Berlin 1950, S. 12. [3] Stimme des Glaubens, Oktober 1981. [4] Vgl. Augustinus, Epistulae 53,2. [5] Maria Winowska, Pater Maximilian Kolbe. Ein Leben im Dienst der Immaculata, Freiburg/Schw. – Konstanz – München 1952, S. 41. [6] Kongregation für die Glaubenslehre, Die Botschaft von Fatima (26. Juni 2000), Einführung. [7] George Weigel, Der Papst der Freiheit. Johannes Paul II. Seine letzten Jahre und sein Vermächtnis, Paderborn 2011, S. 14. [8] Vgl. Iben Thranholm, „Catholic abuse crisis is likely no accident, but a strategy to ‘destroy Church from within’“, in: LifeSiteNews, 17. September 2018. [9] Bella V. Dodd, School of Darkness, Angelico Press reprint edition 2017, Introduction; originally published by P. J. Kenedy & Sons, New York 1954. [10] Ebd. [11] Dietrich von Hildebrand, Der verwüstete Weinberg, Regensburg 21973, S. 11. [12] Rudolf Graber, Athanasius und die Kirche unserer Zeit, Abensberg 111987, S. 85. [13] Brian W. Harrison, „Alice von Hildebrand Sheds New Light on Fatima“, Introductory commentary, in: OnePeterFive, 12. Mai 2016. [14] Katechismus der Katholischen Kirche, 675. [15] Vgl. ebd., 677. [16] Papst Benedikt XVI., Interview auf dem Flug nach Portugal am 11. Mai 2010. [17] Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska, Hauteville/Schweiz 21991, Nr. 823.



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