Iran: Mehr als 30 Christen ausspioniert und ungerechterweise verhaftet

In den letzten beiden Juniwochen wurden in drei Städten mindestens 13 iranische Christen durch Beamte der Revolutionsgarden verhaftet. Sieben weitere wurden am 21. Juni wegen des Besitzes christlicher Schriften "staatsfeindlicher Propaganda" für schuldig befunden. Dies wurde ermöglicht durch eine Gesetzesänderung der Artikel 499 und 500 des Strafgesetzbuches, welche das iranische Parlament im Mai vornahm. Sie sehen vor, dass „[von gängigen Normen] abweichende psychologische Manipulation“ oder „islamwidrige Propaganda“, ob im „realen oder virtuellen Bereich“ mit Gefängnis, Auspeitschung, Geldstrafen oder sogar mit der Todesstrafe geahndet werden können.

Borji, Sprecher von Article 18, kommentierte:

„Diese Menschen wegen des Besitzes von Bibeln und christlichen Symbolen mit Haftstrafen zu belegen, ist ein klarer Beweis dafür, dass der iranische Außenminister und andere nicht die Wahrheit sagen, wenn sie behaupten, dass niemand in Iran nur wegen seines Glaubens ins Gefängnis gesteckt wird. ein klarer Beweis dafür, dass der iranische Außenminister und andere nicht die Wahrheit sagen, wenn sie behaupten, dass niemand in Iran nur wegen seines Glaubens ins Gefängnis gesteckt wird."


Razzia bei heimlichem Gottesdienst und Zugriffe in Privathäusern

Wien, 21. Juli 2020 opendoors- austriaNow. – Ein Informant führte Geheimdienstagenten am Abend des 30. Juni zu einem Haus in der Hauptstadt Teheran, wo sich zu dem Zeitpunkt eine Gruppe von etwa 30 Christen traf. Die Beamten legten einen Haftbefehl vor, in denen einige der Anwesenden namentlich aufgeführt waren, und führten sechs von ihnen mit verbundenen Augen ab. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Article 18 handelt es sich dabei um den armenisch-iranischen Christen Joseph Shahbazian und fünf Konvertiten namens Reza, Salar, Sonya sowie zwei ältere Schwestern namens Mina und Maryam. Drei Tage nach ihrer Verhaftung hatten ihre Angehörigen noch keine Nachricht über ihren Verbleib erhalten.

Kontaktdaten beschlagnahmt, Nichtchristliche Verwandte geschlagen

Beamte durchsuchten die Wohnungen der Inhaftierten in Teheran und dem nahegelegenen Karadsch nach christlicher Literatur und anderem Material. Dabei wurden laut Augenzeugen auch einige ihrer nichtchristlichen Verwandten von den Agenten geschlagen. Andere Anwesende, darunter erst kürzlich zum christlichen Glauben Konvertierte, wurden aufgefordert, Kontaktinformationen anzugeben, ihre Telefone auszuhändigen und sich zur Befragung bereitzuhalten.


Vier weitere Christen, deren Name ebenfalls auf dem Haftbefehl gestanden hatten, wurden später in ihren jeweiligen Häusern verhaftet. Zwei von ihnen tragen den Namen Farhad, außerdem wurden ein dritter Mann namens Arash festgenommen sowie die 46-jährige Malihe Nazari, eine verheiratete Frau aus Teheran. Am folgenden Morgen, dem 1. Juli, wurden in der Stadt Malayer, 400 km südwestlich von Teheran, drei weitere Christen (Sohrab, Ebrahim und Yasser) in ihren Häusern verhaftet. Nach Zahlung einer Kaution kamen sie am nächsten Tag wieder frei.

Verbreitung des Christentums – Gefährdung der nationalen Sicherheit?

Bereits am 21. Juni wurden sieben christliche Konvertiten „staatsfeindlicher Propaganda“ für schuldig befunden. Das Gericht in Buschehr, einer Stadt im Südwesten Irans, wertete den Besitz christlicher Literatur als Beweis dafür, dass die Beklagten aktiv an der Verbreitung des Evangeliums gearbeitet hätten. Die sieben Christen, darunter drei Ehepaare, waren am 1. Juli 2019 verhaftet und zwischenzeitlich auf Kaution freigelassen worden.


Die Betroffenen haben nach dem Gerichtsurteil Konsequenzen, die von Arbeitseinschränkungen, Geldstrafen bis hin zu Gefängnis und Verbannung reichen zu befürchten.


Gebet: HERR JESUS GIB DIESEN DEINEN JÜNGER UND JÜNGERINNEN DIE KRAFT DIR IN DIESER NOT UND BEDRÄNGNIS TREU ZU BLEIBEN. STÄRKE SIE DURCH DEINEN GEIST UND SEI IHNEN NAHE. WENDE IHR GESCHICK. Amen 


Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 steht Iran an 9. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Über Open Doors Mehr als 260 Millionen Christen sind weltweit aufgrund ihres Glaubens starker Verfolgung ausgesetzt. Open Doors wurde 1955 gegründet und hilft heute verfolgten Christen ungeachtet ihrer Konfession in über 65 Ländern.

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