Nein zur Sonntagsöffnung

DIe letzten Tage ist mir irgendwo ein Gesprächfetzen untergekommen, dass jetzt, wo die Wirtschaft bergab geht, die Geschäfte leer sind, Leute gekündigt wurden oder auf Zeitarbeit gesetzt wurden, genau jetzt sich eine breite Phalanx formiert gegen offene Geschäfte an Sonn- und Feiertagen. Was denn das nun soll? Korrekterweise muss man dazu sagen, dass die Sonntagsallianz bereits seit 2001 ihr Glück versucht und mit mehr als 50 Mitgliedsorganisationen immer wieder aufmuckst und um Stimmen wirbt.

Um was geht es: Die Propaganda der Pressemeldung lautet ganz einfach:

Nein zur Sonntagsöffnung - zum Schutz und zur Entlastung für alle!"

Die Stimme der Bischofskonferenz zu diesem Thema durch Bischof Schwarz hob die Bedeutung des Sonntags als Geschenk für Religion und Ehrenamt" hervor. Trifft es auch noch nicht ganz auf den Nagel, aber rückt immerhin näher an den Wahrheitsgrund was da lautet: "Nach christlichem Verständnis ist der Sonntag der erste Tag der Woche und ist Ausdruck dafür, "dass die Wirtschaft dem Menschen dienen soll und nicht umgekehrt".

Ergänzend dazu könnte man noch sagen, dass die Sonntagsheiligung zu den 10 Geboten Gottes gehört, welche die sind dem Leser zum heraus finden überlassen sei. Der evangelische Superintendent Geist argumentierte, dass die kurzzeitig "hochgelobten" systemerhaltenden Berufstätigen im Handel Zeit für ihre Familie bräuchten und donnert in Leitermanier "Wir sollten sie davor bewahren, dass sie durch allzu liberale Maßnahmen der Ladenöffnung die 'Verlierer der Krise' werden." Dabei sind die aufkeimenden wahren Hintergründe interessant für die penetranten Sonntagsöffnungs-Zeiten die uns in den letzen Jahren aufgezwungen wurden. Laut Allianzsprecher Philipp Kuhlmann nämlich, sind es die Mieten der Shoppincenter welche als die jüngsten Begehrlichkeiten entlarvt wurden. Also weit gefehlt, dass es um die Angestellten oder werten Käufer gehen sollte. Dazu kommt noch, dass wie „In Zeiten von Kurzarbeit und erhöhter Arbeitslosigkeit, von Geldeinbußen und Zeitmangel "von erweiterten Öffnungszeiten zu träumen", einen mangelnden Realitätsbezug erweist.“ Aber, aber, könnte man die Wirtschaftsbosse donnern hören: Es sind im Moment ja nur mal 43 Prozent der Haushalte die weniger Einkommen in ihren Taschen haben! Na ja, nicht mal die Hälfte. Aber kleine und mittelgroße Unternehmen in Österreich zeigen Charakterstärke inmitten dieser Trauergeschichten und tragen die Forderungen nach unmäßigen Öffnungszeiten jedenfalls nicht mit.

Kuhlmann: „Die Großen fressen die Kleinen.“ Nur ganz blöd ist das Volk, als Konsument aber auch nicht, und zeigt, wie man erkennen kann, gerade jetzt in Zeiten der Corona-Krise Solidarität mit kleineren, regionalen Unternehmen.


Christian Lindmeier, Sprecher der Wiener Sonntagsallianz und Betriebsrat im Schuhhandel sagt überhaupt, dass den Kunden eigentlich die Lust am Einkaufsbummel am Sonntag vergangen sei.

Die Pointe kommt aber noch: Während Trendl treffend analysiert, dass jetzt bei erhöhter Mehrbelastung und psychischem Druck der Sonntag als arbeitsfreier Tag unverzichtbar und die Familien als wichtige Systemerhalten unbedingt zu schützen sind, erleben wir, dass während der Krise von „oben“ Angestellten im Lebensmittelhandel zu Recht gedankt wird.

Beim ersten kleinen Schrittchen in Richtung Normalität prompt überlegt wird, den Handelsangestellten und ihren Familien den einzigen geregelten freien Tag – den Sonntag – zu nehmen. Resümee: Gar nicht abwegig, dass gerade jetzt wo die Geschäfte leer sind, viele noch auf Zeitarbeit beschäftigt sind, ….. die Sonntagsallianz wieder ihre Stimme erhebt. Man merke sich in dieser Krise:

hinter den KULISSEN werden alles andere als menschenfreundliche Gesetze entworfen.


Darum kämpfen wir für den freien Sonntag! https://www.freiersonntag.at/

#meinsonntag #dersonntaggehörtmir #sundays4future




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